Blacklight Retribution war ein kostenloser Online-Shooter, der 2012 für den PC erschien. Er hob sich durch zwei Besonderheiten von anderen Arena-Shootern ab: einen Visor, der Gegner kurzzeitig durch Wände zeigte, und schwere Mech-Anzüge, die mitten im Gefecht angefordert werden konnten. Die PC-Server wurden am 11. März 2019 abgeschaltet; das Spiel ist heute nicht mehr spielbar.
Spielprinzip und HRV
Blacklight Retribution spielte sich wie ein geradliniger Arena-Shooter: sprinten, zielen, feuern, oft auf engem Raum zwischen Korridoren und offenen Bereichen. Die eigentliche Besonderheit war der Hyper Reality Visor, kurz HRV. Damit konnten Sie Gegner und wichtige Ziele für kurze Zeit durch Hindernisse sehen. Der Visor stand nicht dauerhaft zur Verfügung, deshalb ging es um den richtigen Einsatzzeitpunkt: Wer scannt, erhält Informationen, ist aber kurzzeitig weniger kampfbereit. Aus dem schnellen Vorstoß wurde so regelmäßig ein kurzes Abwägen zwischen Aufklärung und Angriff.
Waffen und Loadouts
Die Waffenanpassung umfasste mehr als das Freischalten eines Gewehrs. Sie konnten Läufe, Mündungen, Magazine, Visiere und Schäfte austauschen, dazu kamen Munitionstypen, Farben und Waffentags. Die Teile wirkten sich auf Werte wie Rückstoß, Reichweite, Schaden und Streuung aus. Das Ergebnis war eine Waffe, die Sie stärker auf Ihre Spielweise zuschneiden konnten, mit den jeweiligen Vor- und Nachteilen der Aufsätze. Zur Individualisierung gehörten außerdem Ausrüstung, Rüstung und unterschiedliche Loadouts, etwa für stärker gepanzerte oder beweglichere Spielweisen.
Der Hardsuit: stark, aber langsam
Die auffälligste Verstärkung war der Hardsuit, ein steuerbarer, schwer gepanzerter Mech, den Sie über Waffendepots anfordern konnten. Je nach Ausführung standen etwa Minigun oder Railgun zur Verfügung. Der Hardsuit konnte ein Gefecht deutlich beeinflussen, war aber langsam und schwerfällig. Raketen und Flammenwerfer wurden ihm gefährlich, und über einen sichtbaren Schwachpunkt ließ sich gezielt Schaden anrichten. Die starke Feuerkraft hatte also einen Preis: Der Mech musste geschützt werden und eignete sich schlecht für enge, verwinkelte Wege.
Spielmodi
Das Spiel bot mehr als klassische Teamkämpfe. Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag und King of the Hill gehörten zu den frühen Varianten. Ein Update für die PC-Version ergänzte 2013 Search and Destroy sowie Last Man Standing und Last Team Standing. Onslaught setzte auf ein anderes Tempo: In diesem Koop-Modus kämpften bis zu vier Spieler gegen zunehmend schwierigere Gegnerwellen, mit vier Schwierigkeitsstufen. Welche Modi verfügbar waren, hing vom Zeitpunkt und der jeweiligen Fassung ab. Die PS4-Ankündigung von 2013 nannte zehn Karten und neun Modi, darunter auch Domination, Netwar und Kill Confirmed.
Das Free-to-play-Modell
Die Individualisierung war eine der großen Stärken des Spiels, führte aber auch zu Diskussionen über das Free-to-play-Modell. Ausrüstung ließ sich über erspielte Währung freischalten oder zunächst nur mieten. Zeitgenössische Tests bewerteten das unterschiedlich: GameSpot kritisierte 2012 den hohen Zeitaufwand und die Kosten permanenter Freischaltungen, Destructoid hielt dagegen, das Spiel mache auch ohne zusätzliche Ausgaben Spaß und sehe keine unüberwindbare Paywall. Diese Einschätzungen beziehen sich auf damalige Fassungen und Testbedingungen, nicht auf ein unveränderliches Preismodell.