Wer kostenlos mit anderen spielen möchte, findet viele Rollenspiele, MOBAs und Shooter. F2P steht für „Free-to-Play“: Das Grundspiel ist kostenlos, Der Anbieter finanziert das Spiel etwa durch Zusatzinhalte oder Gegenstände, die Sie im Spiel kaufen.
Ein F2P-Modell ist fair, wenn Sie ohne Zahlung sinnvoll mitspielen können und Käufe keinen entscheidenden Vorteil im Wettbewerb bringen. Ein kostenloser Einstieg reicht als Fairnessmaßstab nicht aus. Manche Spiele begrenzen Inhalte oder verkaufen spielbare Figuren. Zeitlich begrenzte Belohnungen schaffen zudem Anreize, regelmäßig zu spielen.
MMORPGs, MOBAs und Shooter im Vergleich
MMORPGs bieten große Spielwelten, in denen viele Menschen gemeinsam Aufgaben erledigen. MOBAs setzen auf kurze, taktische Kämpfe mit ausgewählten Spielfiguren. Shooter verlangen schnelle Reaktionen und präzises Zielen. Diese Unterschiede prägen auch die Bezahlmodelle.
| Genre und Beispiel | Kostenloser Einstieg | Worauf Sie achten sollten |
|---|---|---|
| MMORPG: Guild Wars 2 | Das kostenlose Grundspiel reicht laut Anbieter bis zur höchsten Stufe und umfasst mehrere Klassen, eine verzweigte Geschichte und kompetitive Spielmodi. | Erweiterungen und weitere Inhalte kosten Geld. Beim kostenlosen Konto sind unter anderem Charakterplätze, Handel, Chat und bestimmte Spielbereiche eingeschränkt. Es ist ein umfangreicher Einstieg, aber kein Zugang zum gesamten Spiel. |
| MOBA: Dota 2 | Valves FAQ beschreibt alle Helden als kostenlos verfügbar. Käufe im Shop sollen das Spielgeschehen nicht beeinflussen. | Diese Aussage stammt aus einer älteren FAQ aus der Beta-Zeit. Sie dokumentiert die damalige Designposition, ersetzt aber keine vollständige Prüfung des heutigen Angebots. Das Prinzip bleibt ein gutes Fairnessbeispiel: Alle Spielfiguren stehen unabhängig von Zahlungen bereit. |
| Shooter: VALORANT | Riot beschrieb 2023, dass Agenten, also spielbare Figuren mit eigenen Fähigkeiten, über Spielzeit und Spielwährung freigeschaltet werden konnten. Während eines neuen Agenten-Ereignisses war auch ein Kauf möglich. | Wenn Geld früheren Zugriff auf spielbare Figuren verschafft, zählen neben dem Preis auch Freischaltdauer und Wettbewerbsvorteil. Die Angaben aus den damaligen Patchnotes belegen nicht, dass alle Bedingungen heute unverändert gelten. |
| Battle-Royale-Shooter: Fortnite Battle Royale | Epic kündigte das Spiel 2017 als kostenlos an und erklärte damals, keine Gegenstände mit Wettbewerbsvorteil verkaufen zu wollen. | Das ist eine frühere Zusage des Anbieters, keine unabhängige aktuelle Prüfung des Shops. Entscheidend bleibt, ob verkaufte Gegenstände tatsächlich nur das Aussehen verändern. |
Guild Wars 2 ist ein guter kostenloser Einstieg, wenn Sie ein MMORPG suchen und gern längere Zeit eine große Welt erkunden. Laut FAQ stehen in Dota 2 alle Helden unabhängig von Zahlungen bereit, was faire Wettbewerbsbedingungen unterstützt. In VALORANT lohnt sich ein genauer Blick auf Figurenfreischaltungen: Kosmetische Belohnungen sind für den Wettbewerb weniger heikel als ein bezahlter früherer Zugriff auf spielbare Charaktere.
Was F2P-Spiele verkaufen
Kosmetische Einzelkäufe verändern das Aussehen einer Figur oder Waffe, etwa durch Skins, Animationen oder Emotes. Verändern sie weder Werte noch Fähigkeiten, ist meist klar, wofür Sie zahlen: für die Optik. Trotzdem lohnt sich ein Blick auf den Preis und darauf, ob der Gegenstand dauerhaft verfügbar ist.
Ein Battle Pass bietet Belohnungen, die Sie durch Spielen freischalten. Oft gibt es eine kostenlose und eine kostenpflichtige Belohnungsreihe. Fairness hängt davon ab, wie viel Spielzeit der Pass verlangt, wie lange er gilt und ob Belohnungen nach dem Ende der Saison noch erhältlich sind. Ein kurzer Zeitraum erzeugt Zeitdruck, auch wenn die Belohnungen rein kosmetisch sind.
Wenn Sie eine Figur nur nach langer Spielzeit kostenlos freischalten können, schränkt das Ihre Auswahl ein. Zahlen andere Spieler für den sofortigen Zugriff, entsteht außerdem ein möglicher zeitlicher Vorteil. Bei MMORPGs kommen häufig Erweiterungen hinzu, die neue Geschichten, Gebiete oder Spielmöglichkeiten freischalten. Das ist transparent, wenn das Grundspiel klar abgegrenzt ist und die Zusatzkosten vor dem Kauf erkennbar sind.
Komfort- und Beschleunigungskäufe sparen Zeit oder erweitern etwa die Zahl verfügbarer Plätze. Sie sind weniger problematisch, wenn Sie das Spiel auch ohne sie gut spielen können und der Kauf freiwillig bleibt. Kritischer sind Zufallskäufe, etwa Lootboxen: Sie kosten Geld, geben aber keinen bestimmten Gegenstand. So lässt sich der Gegenwert vor dem Kauf nicht sicher einschätzen.
So prüfen Sie faire F2P-Angebote
Prüfen Sie vor allem, ob ein Kauf den Wettbewerb verändert und was ohne Zahlung dauerhaft spielbar bleibt. Bei freischaltbaren Figuren sollten Sie außerdem klären, wie lange der kostenlose Weg dauert. Für Battle Pässe zählt, ob Ihre verfügbare Spielzeit zum Fortschritt passt und ob verpasste Belohnungen später zurückkehren.
Achten Sie auch auf klare Preise. Virtuelle Währungen erschweren den Überblick, wenn Sie erst Guthabenpakete kaufen und anschließend damit einzelne Gegenstände erwerben. Bei Zufallskäufen fehlt zusätzlich die Gewissheit, welchen Gegenstand Sie erhalten. Wer solche Käufe vermeiden möchte, fährt mit direkt ausgewiesenen Preisen für bestimmte Gegenstände besser.
Untersuchungen zu Lootboxen fanden, dass Ausgaben für solche Käufe mit Glücksspiel-Symptomen und übermäßigem Spielen zusammenhängen. Daraus folgt nicht, dass Lootboxen diese Probleme allein verursachen. Trotzdem lohnt es sich, Zufallskäufe besonders kritisch zu prüfen, vor allem wenn Kinder und Jugendliche spielen.