MMORPG steht für Massively Multiplayer Online Role-Playing Game: ein Online-Rollenspiel, in dem Tausende Spieler gleichzeitig in einer gemeinsamen Welt unterwegs sind. Viele dieser Spiele werben mit einem kostenlosen Einstieg. Aber „kostenlos“ bedeutet nicht überall dasselbe. Es gibt vier Modelle: Free-to-play, Testversionen, einen kostenlosen Kernbereich und kostenpflichtige Erweiterungen. Das Modell bestimmt, wie lange Sie ohne Geld auskommen und was Sie dafür aufgeben.
Free-to-play-Modell
Bei einem Free-to-play-MMORPG laden Sie das Spiel kostenlos herunter und können es ohne Abo oder Kauf spielen. Der Anbieter verdient sein Geld über einen In-Game-Shop. Dort kaufen Sie mit echtem Geld kosmetische Gegenstände wie Rüstungsdesigns, Reittiere oder Begleiter, die keinen Einfluss auf die Spielstärke haben. Viele Spiele verkaufen daneben auch Komfortfunktionen wie zusätzlichen Inventarplatz, schnellere Fortbewegung oder Erfahrungspunkte-Boosts.
Wichtig ist, was der Shop verkauft. Verkauft er nur Optik, bleibt das Spiel fair. Verkauft er Gegenstände, die die Spielfigur stärker machen, sprechen Spieler von Pay-to-win. Dann haben zahlende Spieler einen Vorteil, den Sie nur mit Geld oder sehr viel Zeit ausgleichen. Beispiele für Free-to-play-MMORPGs sind Lost Ark, Neverwinter oder Star Wars: The Old Republic. Letzteres ist eine Mischform, weil ein Abo alle Einschränkungen aufhebt. Der Grund für das Modell ist einfach: Ein MMORPG lebt von einer vollen Welt. Je mehr Spieler einsteigen, desto attraktiver wird das Spiel, und ein Teil von ihnen gibt irgendwann Geld aus.
Grenzen von Testversionen
Eine Testversion gehört zu einem Spiel, das eigentlich kostenpflichtig ist. Sie dürfen das Spiel eine Weile oder bis zu einem bestimmten Punkt spielen, um zu entscheiden, ob Sie es kaufen möchten. Bei World of Warcraft endet die Testversion an einer Stufenobergrenze. Sie können danach nicht weiterleveln, aber die Welt erkunden und einige Dungeons spielen. Final Fantasy XIV bietet eine Testversion mit einer hohen Stufenobergrenze. Sie ist inhaltlich großzügig, schränkt aber soziale Funktionen ein.
In Testversionen sind typischerweise genau die Funktionen gesperrt, die ein MMORPG ausmachen: Handel mit anderen Spielern, das Auktionshaus, Gilden, Gruppen mit Freunden und der Chat. Das schützt vor Werbung und Bots, zeigt aber auch: Das volle Spiel erleben Sie erst nach dem Kauf. Eine Testversion gibt Ihnen einen Vorgeschmack auf das volle Spiel, endet aber an einer festen Grenze.
Kostenloser Kernbereich
Bei diesem Modell bleibt das Grundspiel dauerhaft kostenlos, aber neue Inhalte kosten Geld. Guild Wars 2 ist das bekannteste Beispiel. Sie laden das Kernspiel kostenlos herunter und können es ohne Zeitlimit und ohne Abo durchspielen. Die Erweiterungen wie Heart of Thorns, Path of Fire oder End of Dragons müssen Sie kaufen, wenn Sie neue Gebiete, Berufungen oder eine höhere Stufenobergrenze möchten.
Sie können so lange spielen, wie Sie wollen, und entscheiden selbst, wann sich ein Kauf lohnt. Der Nachteil: Die aktive Spielergemeinschaft trifft sich oft in den Erweiterungsgebieten. Im kostenlosen Kernbereich treffen Sie weniger Mitspieler, und der Handel mit anderen Spielern ist eingeschränkt.
So erkennen Sie echte Gratis-Angebote
Bevor Sie sich ein „kostenloses“ MMORPG herunterladen, prüfen Sie vier Punkte. Erstens: Gibt es eine Stufenobergrenze oder eine zeitliche Begrenzung? Zweitens: Sind Handel, Gilden und Gruppen uneingeschränkt nutzbar? Drittens: Was verkauft der Shop, reine Optik oder spielrelevante Vorteile? Viertens: Verlangt das Spiel später zwingend eine Erweiterung oder ein Abo, um den Hauptinhalt zu erleben?
Die Hersteller nennen diese Bedingungen meist auf der offiziellen Website, oft unter Begriffen wie „Free-to-play“, „Testversion“ oder „Kernspiel“. Wenn die Angaben unklar sind, hilft ein Blick in die aktuellen Patchnotizen oder die Beschreibung im jeweiligen Store. Ein Spiel, das Sie unerwartet vor eine Bezahlschranke stellt, ohne diese vorher zu erwähnen, sollten Sie meiden.