Mobile MMORPGs: Steuerung und technische Unterschiede
Ein MMORPG ist ein Online-Rollenspiel, in dem viele Spieler gleichzeitig in einer gemeinsamen Welt spielen. Auf dem Smartphone gelten andere Bedingungen als am PC: kleiner Bildschirm, Fingerbedienung, begrenzte Leistung und Speicher.
Deshalb unterscheiden sich mobile MMORPGs spürbar von PC-MMORPGs. Das betrifft die Steuerung, den Speicherbedarf, den Bedienkomfort und die Spieltiefe. Wer umsteigt oder das erste mobile MMORPG ausprobiert, sollte diese Unterschiede kennen, denn sie entscheiden, ob das Spiel auf dem eigenen Gerät läuft und ob der Spielstil passt.
Steuerung per Touchscreen
Die Grundausstattung eines mobilen MMORPGs sieht fast immer gleich aus: Auf der linken Bildschirmhälfte bewegt ein virtueller Stick die Spielfigur, auf der rechten Seite sitzen Buttons für Angriffe, Fertigkeiten und Tränke. Diese Anordnung funktioniert gut, solange Sie beide Hände frei haben und das Gerät sicher halten. Präzise Eingaben wie das Zielen auf einen bestimmten Gegner oder das Ausweichen in einem engen Kampf gelingen damit aber schlechter als mit Maus und Tastatur.
Deshalb setzen die meisten Entwickler auf automatische Zielhilfe. Das Spiel wählt den nächsten oder schwächsten Gegner selbst aus, und viele Fertigkeiten treffen ohne manuelles Zielen. Manche Titel bieten zusätzlich eine Auto-Kampf-Funktion an: Die Figur sucht sich Gegner, setzt Fertigkeiten und sammelt Beute, während Sie nur zuschauen oder die Richtung vorgeben. Das wirkt auf PC-Spieler ungewohnt. Die Entwickler haben die Auto-Kampf-Funktion aber bewusst eingebaut, damit sich das Spiel in kurzen Pausen und mit einer Hand spielen lässt.
Wer mehr Kontrolle möchte, findet in einigen Spielen einen zweiten Stick zum Zielen oder eine Gestensteuerung. Diese Varianten verlangen beide Hände und etwas Übung, ermöglichen dafür aber präzisere Kämpfe. Ein Bluetooth-Controller hebt die Steuerung auf das Niveau einer Konsole, sofern das jeweilige Spiel ihn unterstützt. Die Unterstützung ist nicht selbstverständlich, also prüfen Sie vor dem Kauf eines Controllers, ob Ihr Wunschspiel ihn erkennt.
Speicherbedarf und Leistung
Mobile MMORPGs gehören zu den größten Apps im App Store und bei Google Play. Die Installationsdatei umfasst mehrere Gigabyte, und nach dem ersten Start lädt das Spiel oft weitere Inhalte wie Gebiete, Sprachausgabe oder HD-Texturen nach. Mit jedem Update wächst der Speicherbedarf weiter. Wer mehrere solcher Spiele installieren will, braucht ein Gerät mit reichlich Speicher und sollte vor jeder Installation prüfen, wie viel Platz tatsächlich frei ist.
Die 3D-Welten fordern Prozessor und Grafikchip. Ältere oder günstige Geräte zeigen Ruckler, lange Ladezeiten und sinkende Bildraten, sobald viele Figuren auf dem Bildschirm sind. Die Akkulaufzeit leidet spürbar, und das Gerät wird warm. Die meisten Spiele bieten Grafikeinstellungen an, mit denen Sie Auflösung, Details und Bildrate reduzieren können. Das hilft auf schwächeren Geräten. Für längere Sitzungen ist ein aktuelles Mittelklasse- oder Oberklasse-Smartphone trotzdem die bessere Wahl.
Hinzu kommt die Internetverbindung: Ein MMORPG braucht eine stabile Verbindung zum Spielserver. Bei schlechtem Empfang friert das Spiel ein oder wirft Sie aus der Welt, und unterwegs verbraucht es je nach Einstellung viel mobiles Datenvolumen. Viele Spiele bieten an, große Downloads nur im WLAN zu starten; diese Option sollten Sie aktivieren, wenn Ihr Tarif begrenzt ist.
Bedienkomfort im Alltag
Mobile MMORPGs sind auf kurze Sitzungen ausgelegt. Automatische Wege zum Questziel, schnelle Kämpfe und tägliche Aufgaben, die in wenigen Minuten erledigt sind, passen zum Alltag mit dem Handy. Viele Titel belohnen das Wiederkommen: Wer offline bleibt, sammelt trotzdem Erfahrung oder Ressourcen, wenn er sich später wieder einloggt. Das nimmt Druck aus dem Spiel und macht es nebenher spielbar. Einige Spiele bieten einen Hochformat-Modus an, der das Spielen mit einer Hand erleichtert.
Der Komfort hat aber Grenzen. Längere Sitzungen ermüden die Hände, weil Sie das Gerät halten und gleichzeitig mit beiden Daumen eingreifen müssen. Die Bildschirmgröße entscheidet, wie gut die Bedienelemente erreichbar sind: Auf kleinen Geräten liegen die Buttons eng beieinander, und die Finger verdecken einen Teil des Geschehens. Ein Handy mit großem Display und dünnen Rändern verbessert das Erlebnis deutlich. Auch die Tonausgabe spielt eine Rolle: Viele Spieler tragen Kopfhörer, weil der Lautsprecher bei längeren Sitzungen stört und die Umgebung beschallt.
Spieltiefe im Vergleich zum PC
Mobile MMORPGs sind keine einfachen Kopien der PC-Spiele. Die Kämpfe sind einfacher und stärker automatisiert, dafür steckt die Tiefe in anderen Bereichen: Charakterentwicklung, Berufe, Handwerkssysteme, Auktionshäuser, Gilden und wöchentliche Gruppenherausforderungen. Titel wie Old School RuneScape oder Albion Online zeigen, dass auch auf dem Handy komplexe Spielwelten mit offener Wirtschaft und freier Charakterentwicklung möglich sind. Einige dieser Spiele laufen auf PC und Smartphone mit demselben Account, sodass Sie unterwegs dort weiterspielen, wo Sie am Rechner aufgehört haben. Wer sich einarbeitet, findet in guten Vertretern des Genres genug Stoff für Monate.
Gleichzeitig müssen Sie mit Einschränkungen rechnen. Die Spielwelten sind kleiner als die großen PC-MMORPGs, und auf dem Bildschirm sehen Sie nur einen Ausschnitt der Spieler, die sich gerade im selben Gebiet aufhalten. Gruppeninhalte wie Dungeons oder Schlachten sind oft auf wenige Teilnehmer ausgelegt, damit sie mit der Touch-Steuerung bewältigbar bleiben. Und weil die Spiele kostenlos sind, finanzieren sie sich über In-Game-Käufe. Manche Fortschritte lassen sich mit Geld beschleunigen, und wer nichts ausgibt, braucht mehr Zeit. Seriöse Spiele halten diese Käufe im Rahmen, aber es lohnt sich, vor dem Einstieg die Bezahlmechanismen zu prüfen.