Heroes of Newerth: Was aus dem MOBA geworden ist
Heroes of Newerth war eines der frühen eigenständigen MOBAs und erschien 2010 als schneller, anspruchsvoller Nachfolger der Defense of the Ancients-Idee. Das ursprüngliche Spiel wurde am 20. Juni 2022 eingestellt. Heute gibt es mit Heroes of Newerth: Reborn wieder eine offizielle Fassung, die sich im August 2026 noch in der Open Beta befindet und regelmäßig aktualisiert wird.
Wer Heroes of Newerth heute spielen möchte, sollte deshalb zwischen zwei Versionen unterscheiden:
| Fassung | Aktueller Stand |
|---|---|
| Ursprüngliches Heroes of Newerth | Offizielle Dienste am 20. Juni 2022 beendet |
| Community-Server | Unabhängige Angebote von Fans und Drittprojekten |
| Heroes of Newerth: Reborn | Offizielle Wiederbelebung in der Open Beta |
Was ist Heroes of Newerth?
Ein MOBA ist ein teambasiertes Online-Spiel, in dem zwei Gruppen auf einer Karte gegeneinander antreten. Jede Person steuert einen Helden mit eigenen Fähigkeiten. Während einer Partie sammeln die Helden Erfahrung und Gold, lernen neue Fähigkeiten und kaufen Gegenstände. Das Team gewinnt, wenn es die zentrale Basis des Gegners zerstört.
Heroes of Newerth wurde von S2 Games entwickelt und am 12. Mai 2010 veröffentlicht. Die Spielidee knüpfte eng an Defense of the Ancients an, einer bekannten benutzerdefinierten Karte für Warcraft III. Typische Elemente des Genres waren von Beginn an enthalten:
- zwei gegnerische Teams,
- drei Wege zwischen den Basen,
- computergesteuerte Einheiten,
- Verteidigungstürme,
- Helden mit individuellen Fähigkeiten,
- Gold und Erfahrung,
- Teamkämpfe,
- strategische Ziele auf der Karte.
Die düstere Fantasy-Optik und das schnelle Spieltempo gaben Heroes of Newerth eine eigene Identität. Das Spiel richtete sich besonders an Nutzer, die präzise Steuerung, kurze Reaktionsfenster und eine hohe taktische Dichte schätzten.
So funktioniert eine Partie
Eine klassische Partie findet auf einer Karte mit drei Wegen statt. Diese Wege verbinden die beiden Basen und werden regelmäßig von computergesteuerten Einheiten entlanggelaufen. Die Spieler müssen ihre eigene Verteidigung schützen, gegnerische Türme zerstören und im richtigen Moment gemeinsame Angriffe starten.
Jeder Held erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Die aktuelle Fassung unterscheidet unter anderem diese Rollen:
- Carry: Dieser Held benötigt viel Gold und Erfahrung und verursacht im späteren Spielverlauf häufig besonders hohen Schaden.
- Mid: Der Spieler auf der mittleren Linie erhält oft früh Erfahrung und beeinflusst durch schnelle Bewegungen andere Bereiche der Karte.
- Hard Support: Diese Rolle schützt Verbündete, sorgt für Sicht auf wichtige Wege und kauft Unterstützungsgegenstände.
- Soft Support: Ein Soft Support bewegt sich früh über die Karte, hilft bei Angriffen und setzt den Gegner unter Druck.
- Offlane: Der Offlaner spielt auf einer schwierigen Außenposition und versucht, gegnerische Ressourcen und Bewegungsfreiheit einzuschränken.
- Jungle: Der Jungler besiegt neutrale Einheiten in den Waldgebieten und unterstützt anschließend die einzelnen Linien.
Diese Rollen bilden keine starren Klassen. Ein Held kann je nach Fähigkeiten, Gegenständen und Teamaufstellung unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Trotzdem hilft eine klare Verteilung, die ersten Partien zu strukturieren.
Helden, Fähigkeiten und Ressourcen
Das ursprüngliche Spiel teilte Helden in die Attribute Stärke, Intelligenz und Agilität ein. Diese Attribute beeinflussen, wie robust ein Held ist, wie viele Lebens- oder Manapunkte er besitzt und welche Spielweise zu ihm passt.
Ein Held mit Stärke hält im direkten Kampf viel aus und eignet sich häufig für die vorderste Reihe. Intelligenz-Helden nutzen ihre Fähigkeiten besonders intensiv. Sie greifen oft aus der Entfernung an oder unterstützen ihre Verbündeten, sind aber meist weniger widerstandsfähig. Agilitäts-Helden verbinden offensive Beweglichkeit mit hohem Schaden und werden im Spielverlauf häufig zu gefährlichen Einzelkämpfern.
Während einer Partie sind mehrere Ressourcen entscheidend:
- Erfahrung: Sie erhöht die Stufe des Helden und schaltet stärkere Fähigkeiten frei.
- Gold: Damit kauft der Spieler Waffen, Rüstungen und andere Gegenstände.
- Lebenspunkte und Mana: Sie bestimmen, wie lange ein Held kämpfen und Fähigkeiten einsetzen kann.
- Sicht: Wards und andere Hilfsmittel zeigen wichtige Bereiche der Karte und verhindern Überraschungsangriffe.
- Zeit: Fähigkeiten, Gegenstände und neutrale Ziele besitzen Abklingzeiten oder erscheinen erst nach bestimmten Zeitabständen erneut.
Deshalb entscheidet nicht allein die Zahl der Kills über den Ausgang. Ein Team mit besserer Sicht, kontrollierterem Ressourcenverbrauch und abgestimmten Angriffen kann eine Partie gewinnen, obwohl einzelne Spieler weniger Gegner besiegt haben.
Warum Heroes of Newerth als anspruchsvoll gilt
Heroes of Newerth verlangt eine Kombination aus mechanischer Genauigkeit und strategischer Übersicht. Mechanik bezeichnet dabei die direkte Ausführung von Aktionen, etwa das gezielte Treffen einer Fähigkeit, das rechtzeitige Ausweichen oder die präzise Bewegung im Teamkampf.
Zusätzlich müssen Spieler laufend Entscheidungen treffen:
- Wann lohnt sich ein Angriff auf einen gegnerischen Helden?
- Soll das Team nach einem gewonnenen Kampf einen Turm zerstören oder ein neutrales Ziel sichern?
- Muss ein Carry weiter Gold sammeln oder zum Team stoßen?
- Welche Wege brauchen Sicht?
- Wann ist ein Rückzug sinnvoller als ein weiterer Angriff?
Auch das sogenannte Denien gehört zur anspruchsvollen Spielweise. Dabei verhindert ein Spieler, dass eine gegnerische Einheit oder ein eigener Verbündeter dem Gegner die volle Belohnung gewährt. Wer solche Situationen beherrscht, kontrolliert die Ressourcenverteilung besser.
Eine historische Untersuchung mit Daten von 338.681 Spielern fand Zusammenhänge zwischen höherem Rating und mehreren Leistungswerten. Dazu gehörten unter anderem Gold- und Erfahrungseinnahmen, Kills, Assists, gesetzte Wards und Denies. Die Untersuchung bezog sich auf das historische Heroes of Newerth und lässt sich nicht direkt auf das heutige Bewertungssystem von Reborn übertragen. Sie zeigt dennoch, warum das Spiel mehr verlangt als reines Zielen und Kämpfen.
Das Ende des Originals
Die offiziellen Dienste des ursprünglichen Heroes of Newerth wurden am 20. Juni 2022 beendet. Damit endeten die offiziellen Konten-, Matchmaking- und Onlinedienste der ursprünglichen Fassung.
Nach der Abschaltung entstanden Community-Projekte, die Teile des Spiels weiter zugänglich machten. Diese Angebote stammen jedoch nicht automatisch vom offiziellen Betreiber. Wer nach Servern oder einem Download sucht, sollte deshalb genau prüfen, welche Fassung angeboten wird und wer sie betreibt.
Mit Heroes of Newerth: Reborn erschien später eine offizielle Wiederbelebung. Das Projekt übernimmt die grundlegende Spielidee und die charakteristische Rollenverteilung, arbeitet aber mit einer erneuerten technischen Grundlage. Die Entwickler nennen unter anderem verbesserte Grafik, bessere Leistung und eine überarbeitete Mehrspieler-Erfahrung.
Heroes of Newerth: Reborn im August 2026
Heroes of Newerth: Reborn befindet sich weiterhin in der Open Beta. Das bedeutet, dass die Fassung bereits spielbar ist, aber noch nicht als endgültige Version gilt. Änderungen an Balance, Benutzeroberfläche, Matchmaking und Helden sind daher Bestandteil der laufenden Entwicklung.
Die offizielle Website bewirbt derzeit:
- über 100 Helden,
- aktualisierte Grafik,
- überarbeitete Spielersuche,
- mehrere klar erkennbare Rollen,
- klassische Schlachtfelder,
- schnelle Teamkämpfe,
- neue und überarbeitete Inhalte.
Die Patch-Historie zeigt eine regelmäßige Weiterentwicklung. Die dort aufgeführte Version 0.12.5 stammt vom 21. August 2026. Zuvor erschienen unter anderem die Versionen 0.12.0 bis 0.12.4 im Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August 2026.
Wichtige Änderungen der aktuellen Fassung
Version 0.12.0 brachte unter anderem einen Unranked-Modus, Änderungen am Ranked-Spiel und eine Begrenzung auf ein Ranked-Konto pro Computer. Mehr als 30 Helden wurden angepasst, Gegenstände verändert und Effekte des Staff of the Master überarbeitet.
Version 0.12.1 ergänzte den Helden Prisoner 945, einen In-Game-Shop für die Währung Jade und weitere Auswahlmöglichkeiten für die Spielersuche. Version 0.12.4 überarbeitete das Matchmaking erneut und führte den Helden Kane ein. Version 0.12.5 brachte weitere Verbesserungen an der Spielersuche, Anpassungen an Wards und einen neuen legendären Avatar für Corrupted Disciple.
Diese Änderungen zeigen, dass Reborn kein unverändertes Wiederhosting des alten Clients ist. Das Projekt versucht, die bekannte Spielweise mit moderner Technik und aktualisierten Onlinediensten zu verbinden.
Eine bestätigte Veröffentlichung von Version 1.0 liegt nicht vor. Ebenso gibt es keine belastbare öffentliche Angabe zur aktuellen Zahl der Spieler oder zu regionalen Wartezeiten.
Ein typischer Ablauf für Einsteiger
Ein Beispiel zeigt, wie die Rollen zusammenarbeiten:
- Der Carry sammelt auf seiner Linie Gold und Erfahrung.
- Der Hard Support schützt ihn und platziert Sicht. Bei gefährlichen Situationen hilft er.
- Der Mid-Spieler erreicht früh höhere Stufen und bewegt sich anschließend zu einer anderen Linie.
- Der Offlaner stört die gegnerische Ressourcenverteilung und hält Druck auf der Außenlinie.
- Der Soft Support unterstützt frühe Angriffe und kontrolliert wichtige Wege.
- Nach einem gewonnenen Teamkampf entscheidet die Gruppe, ob sie einen Turm zerstört, ein neutrales Ziel angreift oder sich zurückzieht.
Keine dieser Entscheidungen ist immer richtig. Die beste Option hängt von den verbliebenen Lebenspunkten, den Abklingzeiten, der Position des Gegners und dem Zustand der Karte ab. Genau diese Abwägungen machen den strategischen Kern des Spiels aus.
Tipps für den Einstieg
Zuerst Unranked spielen
Neue Spieler sollten mit dem Unranked-Modus beginnen. Dort lässt sich die Steuerung lernen, ohne dass jede Partie unmittelbar in die persönliche Rangwertung einfließt.
Mid Wars zum Üben nutzen
Mid Wars konzentriert das Geschehen auf eine einzelne Linie. Dadurch sinkt die Zahl der gleichzeitigen Aufgaben. Der Modus eignet sich besonders, um Fähigkeiten, Gegenstände und Teamkämpfe kennenzulernen.
Er ersetzt jedoch nicht das Training auf der normalen Karte. Wer später reguläre Partien spielen möchte, muss zusätzlich Kartenbewegungen, Sichtkontrolle und die drei Wege verstehen.
Mit wenigen Helden starten
Drei bis fünf Helden reichen für die ersten Partien. Eine sinnvolle Auswahl umfasst:
- einen robusten Frontliner,
- einen Support,
- einen Fernkampfhelden,
- einen Initiator,
- einen Carry (optional).
So erkennt man Unterschiede bei Reichweite, Lebenspunkten, Fähigkeiten und Gegenständen schneller. Wer ständig den Helden wechselt, lernt dagegen viele Einzelheiten nur oberflächlich.
Teamziele vor persönliche Werte stellen
Ein erfolgreicher Angriff auf einen Turm ist häufig wertvoller als ein riskanter zusätzlicher Kill. Auch folgende Aktionen entscheiden eine Partie:
- wichtige Wege mit Wards absichern,
- den eigenen Carry schützen,
- gegnerische Fähigkeiten unterbrechen,
- einen Teamkampf vorbereiten,
- ein neutrales Ziel rechtzeitig sichern,
- nach einem gewonnenen Kampf geschlossen vorgehen,
- bei fehlender Sicht früh zurückweichen.
Ranked erst nach den Grundlagen beginnen
Der Ranked-Modus setzt voraus, dass Spieler ihre Rolle, einige Helden und die wichtigsten Kartenabläufe kennen. Wer zunächst Unranked und Mid Wars spielt, kann diese Grundlagen ohne unnötigen Druck aufbauen.
Für wen lohnt sich HoN Reborn?
Heroes of Newerth: Reborn eignet sich besonders für Spieler, die schnelle und technisch anspruchsvolle MOBAs mögen. Auch frühere HoN-Spieler sowie Nutzer mit Erfahrung in DotA oder Dota 2 finden sich wegen der ähnlichen Grundstruktur leichter zurecht.
Besonders passend ist das Spiel für Menschen, die:
- Rollenverteilung und Teamkoordination schätzen,
- komplexe Heldenfähigkeiten lernen möchten,
- Ressourcenmanagement interessant finden,
- kurze Reaktionszeiten und präzise Eingaben mögen,
- gemeinsam mit Freunden spielen,
- ihre Leistung langfristig verbessern wollen.
Einsteiger ohne MOBA-Erfahrung benötigen dagegen Geduld. Die Kombination aus vielen Helden, Gegenständen, Kartenwegen und zeitabhängigen Entscheidungen erzeugt eine steile Lernkurve. Wer sofort verständliche Einzelpartien ohne längere Lernphase sucht, findet möglicherweise einen leichteren Zugang bei anderen Spielen.
Stärken und Schwächen
Stärken
Technische Tiefe:
Timing, Positionierung, Sicht und Ressourcenmanagement beeinflussen den Ausgang jeder Partie.
Hohes Spieltempo:
Frühe Rotationen und Teamkämpfe können den Spielverlauf schnell verändern.
Viele Rollen und Helden:
Die große Auswahl ermöglicht unterschiedliche Spielstile, von defensiver Unterstützung bis zu offensivem Carry-Spiel.
Historische Identität:
Reborn bewahrt wesentliche Merkmale des ursprünglichen Heroes of Newerth und spricht dadurch auch frühere Spieler an.
Aktive Entwicklung:
Die regelmäßigen Patches zeigen, dass Balance, Matchmaking, Benutzeroberfläche und Inhalte weiter bearbeitet werden.
Schwächen
Steile Lernkurve:
Neue Spieler müssen viele Helden, Gegenstände und Kartenentscheidungen gleichzeitig verstehen.
Open-Beta-Status:
Die aktuelle Fassung ist noch nicht abgeschlossen. Änderungen und Fehler gehören zur laufenden Entwicklung.
Unklare Größe der Spielerschaft:
Eine verlässlich überprüfbare aktuelle Spielerzahl liegt öffentlich nicht vor. Deshalb lassen sich Wartezeiten und langfristige Matchmaking-Qualität nicht pauschal beurteilen.
Historisch schwieriger Einstieg:
Frühere Kritiken beschrieben das Spiel als anspruchsvoll und teilweise von einer unfreundlichen Spielkultur geprägt. Diese Einschätzung bezieht sich auf die alte Fassung und lässt sich nicht automatisch auf die heutige Reborn-Community übertragen.
Historische Bedeutung
Heroes of Newerth gehörte zu den frühen kommerziellen MOBAs und prägte die Entwicklung des Genres mit. Das Spiel richtete sich an viele Nutzer, die zuvor Defense of the Ancients gespielt hatten, und bot früh Funktionen wie Spielersuche, Wiederverbindungen, Statistiken und Ranglisten.
Auch die damalige Wettbewerbsszene war beachtlich. In der ersten Saison der historischen HoN Tour registrierten sich 18.500 Spieler. Mehr als 1.300 Teams nahmen teil, und für die vier besten Teams wurde zusammen um 60.000 US-Dollar gespielt. Die höchste genannte Zuschauerzahl von Honcast lag bei 17.000.
Diese Zahlen beschreiben ausschließlich die damalige Wettbewerbsszene. Sie sagen nichts über die heutige Größe von Heroes of Newerth: Reborn aus.
Fazit: Kann man Heroes of Newerth heute noch spielen?
Ja, allerdings betrifft das die aktuelle Fassung Heroes of Newerth: Reborn. Das ursprüngliche Heroes of Newerth wurde 2022 eingestellt. Reborn bietet wieder das bekannte MOBA-Spielprinzip mit Helden, drei Wegen, Teamkämpfen, Gold, Erfahrung und strategischen Zielen. Im August 2026 befindet sich das Projekt noch in der Open Beta und wird regelmäßig weiterentwickelt.
Für Einsteiger empfiehlt sich der Start mit wenigen, überschaubaren Helden im Unranked-Modus oder in Mid Wars. Wer ein schnelles, anspruchsvolles MOBA mit starker historischer Identität sucht, findet in HoN Reborn eine interessante Option. Wer dagegen eine vollständig fertige Plattform mit langfristig eindeutig bewertbarer Spielerschaft erwartet, sollte den Beta-Status und die weiterhin laufende Entwicklung berücksichtigen.