Hawken: Was den Mech-Shooter auszeichnet und wie spielbar er heute noch ist

Hawken bezeichnet heute zwei unterschiedliche Spiele: den ursprünglichen schnellen Mech-Shooter von 2012 und die spätere Neuinterpretation HAWKEN REBORN. Das Original setzte auf kompetitive Mehrspielerpartien zwischen schwer bewaffneten Kampfrobotern. Reborn startete dagegen als PvE-Spiel, in dem Einzelspieler oder kleine Gruppen gegen computergesteuerte Gegner antreten.

Für die Einordnung ist dieser Unterschied entscheidend. Das ursprüngliche Hawken ist auf dem offiziellen PC-Weg nicht mehr regulär verfügbar. Hawken Reborn steht weiterhin als kostenloser Early-Access-Titel für Windows-PC bereit, doch die Entwickler pausierten die Weiterentwicklung Ende 2024. Wer heute nach Hawken sucht, sollte deshalb kein dauerhaft aktives Online-Spiel mit großer Community erwarten.

Das ursprüngliche Hawken war ein schnelles Mech-FPS

Das Original erschien am 12. Dezember 2012. Als Ego-Shooter aus der Perspektive eines Mech-Piloten verband Hawken schnelle Bewegungen mit taktischen Gefechten. Die Maschinen bewegten sich deutlich agiler als die schweren Einheiten klassischer Mech-Simulationen. Boosts, Sprünge, Höhenunterschiede und kurze Ausweichmanöver gehörten zum normalen Kampfablauf.

Die Handlung spielte auf dem dystopischen Planeten Illal. Eine weitgehend industrialisierte Welt und knappe Ressourcen bildeten den Hintergrund für die Gefechte. Im Mittelpunkt stand jedoch das Mehrspieler-Erlebnis: Zwei Teams oder mehrere Einzelkämpfer kämpften um Raum, Abschüsse und Missionsziele.

Hawken richtete sich damit an Spieler, die Mechs steuern wollten, ohne sich in eine vollständige Simulation einzuarbeiten. Das Spiel verlangte zwar taktische Entscheidungen, blieb bei Bewegung und Zielerfassung aber näher an einem klassischen Arena-Shooter.

Hitze ersetzte klassische Munition

Eine der wichtigsten Spielmechaniken des Originals war das Hitze-Management. Die Waffen verbrauchten keine herkömmliche Munition, sondern erhitzten den eigenen Mech beim Schießen.

Wer dauerhaft feuerte, riskierte eine Überhitzung. In dieser Phase stand die Feuerkraft nur eingeschränkt zur Verfügung. Ein Pilot musste deshalb regelmäßig zwischen Angriff, Bewegung und Abkühlung wechseln.

Das machte die Hitze zu einer taktischen Ressource:

  • Dauerfeuer verursachte zwar hohen Druck, erhöhte aber das Überhitzungsrisiko.
  • Kurze Feuerstöße erlaubten längere Gefechte.
  • Ein Wechsel auf die Sekundärwaffe konnte Zeit zum Abkühlen verschaffen.
  • Ein Rückzug hinter Deckung verhinderte, dass der Mech während der Abkühlphase schutzlos blieb.

Ein Spieler musste also nicht nur gut zielen. Er musste auch entscheiden, wann sich ein Angriff lohnt und wann die eigene Maschine eine kurze Pause braucht.

Leichte, mittlere und schwere Mechs

Das ursprüngliche Hawken teilte seine Mechs in drei Gewichtsklassen ein. Die Klassen gaben eine grobe Richtung vor, legten die Spielweise aber nicht vollständig fest.

Leichte Mechs

Leichte Mechs standen für hohe Beweglichkeit und schnelle Angriffe. Sie eigneten sich für Flankenangriffe, das Ausnutzen von Deckung und den Kampf gegen isolierte Gegner. Ihre geringere Widerstandsfähigkeit machte offene Duelle gegen schwere Maschinen riskant.

Mittlere Mechs

Mittlere Mechs bildeten eine ausgewogene Gruppe. Sie konnten verschiedene Aufgaben übernehmen und passten sich leichter an unterschiedliche Karten und Spielmodi an. Für Einsteiger bot diese Klasse einen guten Zugang, weil sie weder ausschließlich auf Geschwindigkeit noch auf maximale Widerstandskraft setzte.

Schwere Mechs

Schwere Mechs hielten mehr Schaden aus und kontrollierten wichtige Bereiche. Sie konnten Engpässe blockieren, Ziele verteidigen und Gegner durch anhaltenden Druck zurückdrängen. Ihre geringere Beweglichkeit erschwerte jedoch schnelle Positionswechsel und Flankenmanöver.

Die konkrete Rolle hing zusätzlich von Waffen, Ausrüstung und Spielmodus ab. Ein schwerer Mech war nicht automatisch die beste Wahl für die Verteidigung, und ein leichter Mech musste nicht ausschließlich angreifen. Entscheidend war, ob die Ausstattung zur Karte und zur Aufgabe passte.

Loadouts bestimmten die Spielweise

Hawken bot verschiedene Waffen, Gegenstände und interne Verbesserungen. Jeder Mech verfügte über Ausrüstungsplätze und konnte dadurch auf bestimmte Aufgaben zugeschnitten werden.

Ein schneller Mech ließ sich beispielsweise auf kurze Angriffe und Flanken ausrichten. Eine Ausstattung mit zusätzlicher Beweglichkeit unterstützte dabei das schnelle Erreichen von Nebenwegen. Ein schwerer Mech profitierte eher von Schutz, Reparaturmöglichkeiten oder Waffen, die einen Korridor kontrollierten.

Beim Zusammenstellen eines Loadouts sollte der Schadenswert einer Waffe nicht das einzige Kriterium sein. Drei Fragen helfen bei der Auswahl:

  1. Passt die Waffe zur bevorzugten Entfernung?
  2. Wie stark belastet sie die Hitzeanzeige?
  3. Unterstützt die Ausrüstung die Rolle des Mechs im jeweiligen Spielmodus?

Ein hoher Schaden bringt wenig, wenn der Mech die passende Position nicht erreicht oder nach wenigen Sekunden überhitzt. Umgekehrt kann eine weniger auffällige Waffe in Verbindung mit hoher Beweglichkeit und guter Deckung sehr wirkungsvoll sein.

Karten belohnten Bewegung und Positionsspiel

Die Karten des Originals unterschieden sich durch Sichtlinien, Engpässe, Höhenunterschiede und Deckungsmöglichkeiten. Wer nur auf den nächsten Gegner zulief, verschenkte einen wichtigen Teil des Spiels.

Uptown bot enge Korridore und viele Engpässe. Nahkampforientierte Mechs konnten dort Druck aufbauen, während offene Bewegungen schnell bestraft wurden.

Origin verfügte über mehrere Ebenen und eine zentrale Brücke. Die Kontrolle höher gelegener Positionen erleichterte den Überblick und konnte den Zugang zu wichtigen Bereichen sichern.

Last Eco kombinierte natürliche Tunnel mit erhöhten Positionen. Die Karte belohnte Spieler, die den Wechsel zwischen direktem Angriff und Umgehung beherrschten.

Facility bot längere Sichtlinien und mehrere Zugänge zu einem zentralen Komplex. Dort mussten Piloten stärker auf Deckung und den richtigen Angriffszeitpunkt achten.

Diese Beispiele zeigen, warum ein universell bestes Mech-Setup kaum existierte. Eine Waffe, die in einem engen Korridor überzeugt, verliert auf einer offenen Fläche schnell an Wirkung.

Spielmodi des Originals

Das ursprüngliche Hawken konzentrierte sich auf kompetitive Mehrspielerpartien. Je nach Modus kämpften Einzelspieler gegeneinander oder Teams um gemeinsame Ziele.

Im Team war die Rollenverteilung besonders wichtig. Ein leichter Mech konnte Gegner flankieren oder geschwächte Maschinen verfolgen. Ein mittlerer Mech unterstützte den Vorstoß. Ein schwerer Mech hielt Positionen und erschwerte dem gegnerischen Team den Zugang zu wichtigen Bereichen.

Wer allein spielte, musste stärker auf die eigene Position achten. Ein verlorenes Duell entstand häufig nicht durch fehlenden Schaden, sondern durch einen ungünstigen Angriff ohne Rückzugsweg. Deckung, Hitzeanzeige und Fluchtmöglichkeiten waren deshalb genauso wichtig wie das Zielen.

Was mit dem ursprünglichen Hawken geschah

Die Rechte und Vermögenswerte von Hawken gingen 2015 an Reloaded Games über. Danach erschien das Spiel auch für Xbox One und PlayStation 4.

Die PC-Version wurde am 2. Januar 2018 aus Steam entfernt. Gleichzeitig wurden die offiziellen PC-Server abgeschaltet. Die damalige Mitteilung verwies auf eine Neuausrichtung der Entwicklungsarbeit. Für die Konsolenversionen galten zunächst andere Bedingungen, weshalb die Aussage „Hawken wurde 2018 vollständig eingestellt“ zu ungenau ist.

Für PC-Spieler bleibt die praktische Konsequenz jedoch eindeutig: Das ursprüngliche Hawken lässt sich heute nicht mehr regulär über Steam starten.

HAWKEN REBORN setzte auf PvE

HAWKEN REBORN startete am 17. Mai 2023 im Steam-Early-Access. Early Access bedeutet, dass ein Spiel bereits spielbar ist, während die Entwicklung noch läuft und Inhalte oder Funktionen sich verändern können.

Reborn war keine einfache Rückkehr des ursprünglichen Mehrspieler-Shooters. Die Neuinterpretation verlagerte den Schwerpunkt zunächst auf PvE. In diesem Spielmodus kämpfen Spieler gegen computergesteuerte Gegner.

Zum Start gehörten unter anderem:

  • Story-Missionen in der Welt Illal,
  • eine erkundbare Zone,
  • Patrouillenmissionen,
  • mehrere spielbare Mechs,
  • Ressourcen und Verträge,
  • Herstellung von Waffen und Antrieben,
  • Fortschritt für Mechs und Ausrüstung.

Im Patrouillenmodus mussten Spieler abwägen, wie lange sie in einem Gebiet bleiben. Längere Einsätze boten mehr Möglichkeiten für Ressourcen und Belohnungen, steigerten aber auch die Gefahr. Dieses Prinzip gab den Missionen eine zusätzliche Entscheidungsebene: Wer früh zurückkehrt, sichert seinen Fortschritt. Wer länger bleibt, setzt mehr aufs Spiel.

Koop und PvPvE kamen später hinzu

Die Ausrichtung von Reborn entwickelte sich während des Early Access weiter. Spätere Updates ergänzten kooperative PvE-Inhalte für bis zu drei Spieler. Im November 2024 kam außerdem ein PvPvE-Modus hinzu. Dabei traten zwei Teams mit jeweils bis zu drei Spielern gegeneinander an, während sie zugleich gegen computergesteuerte Gegner kämpften.

Damit näherte sich Reborn teilweise wieder der Mehrspieleridee des Originals an. Trotzdem blieb das Spielerlebnis grundlegend anders. Das Original war von Anfang an ein kompetitiver PvP-Shooter mit schnellen Arena-Gefechten. Reborn baute zunächst auf Missionen, Erkundung, Ressourcen und Ausrüstungsfortschritt.

Aktueller Status von Hawken im Jahr 2026

Die Entwickler kündigten am 24. Dezember 2024 eine Pause der Weiterentwicklung von Hawken Reborn in der damaligen Form an. Das Spiel sollte auf Steam verfügbar bleiben, eine normale Fortsetzung der bisherigen Entwicklung wurde jedoch nicht angekündigt.

Die Steam-Seite führt Reborn weiterhin als kostenloses Early-Access-Spiel mit Einzelspieler- und Online-Koop-Funktionen. Optionale In-App-Käufe sind vorhanden. Der verfügbare Inhalt sollte deshalb mit der Erwartung eines unfertigen und nicht mehr regelmäßig weiterentwickelten Projekts betrachtet werden.

Drittanbieter-Daten von SteamDB weisen auf eine sehr kleine aktive Spielerschaft hin. Für Reborn wird ein historischer Höchststand von 1.787 gleichzeitig aktiven Spielern zum Start am 17. Mai 2023 angegeben. Die später beobachtete Aktivität lag nur noch im niedrigen Bereich. SteamDB verzeichnete außerdem rund 2.416 Bewertungen, von denen ungefähr 28 Prozent positiv waren. Diese Werte sind zeitabhängig und stammen nicht aus einer offiziellen Nutzerstatistik.

Daraus folgt eine nüchterne Einordnung:

  • Das Original ist auf dem offiziellen PC-Weg nicht mehr verfügbar.
  • Reborn ist weiterhin gelistet und kostenlos spielbar.
  • Die Weiterentwicklung von Reborn pausiert nach offizieller Aussage.
  • Eine große oder stabile Spielerschaft sollten Interessierte nicht voraussetzen.

Für wen lohnt sich Hawken heute?

HAWKEN REBORN passt zu Spielern, die:

  • Mech-Gefechte gegen computergesteuerte Gegner ausprobieren möchten,
  • Einzelspieler- und Koop-Missionen bevorzugen,
  • Crafting und Ausrüstungsfortschritt interessant finden,
  • mit einem unfertigen Early-Access-Projekt umgehen können,
  • die Entwicklung eines ungewöhnlichen Mech-Spiels nachvollziehen möchten.

Reborn passt weniger zu Spielern, die:

  • das klassische PvP-Hawken suchen,
  • regelmäßig volle Mehrspielerpartien erwarten,
  • ein abgeschlossenes Spiel mit langfristiger Entwicklung bevorzugen,
  • eine große aktive Community benötigen,
  • eine direkte Fortsetzung des Originals erwarten.

Wer vor allem das ursprüngliche Hawken wegen seiner schnellen PvP-Gefechte, des Hitze-Managements und der kompakten Karten interessant findet, erhält durch Reborn nur teilweise dasselbe Erlebnis. Wer dagegen PvE-Missionen, Ressourcen und Koop bevorzugt, findet dort den passenderen Ansatz.

Fazit

Hawken bleibt wegen seiner schnellen Mech-Bewegung, des Hitze-Systems und der klaren Rollenverteilung interessant. Das Original war ein zugänglicherer und beweglicherer Gegenentwurf zu langsameren Mech-Simulationen. Seine offizielle PC-Version endete jedoch 2018.

HAWKEN REBORN griff das Universum 2023 mit einem PvE-Konzept erneut auf und ergänzte später Koop sowie PvPvE. Die Weiterentwicklung pausiert seit Ende 2024, während das Spiel weiterhin als kostenloser Early-Access-Titel gelistet ist. Wer Hawken heute ausprobieren möchte, sollte deshalb zwischen historischem Original und pausierter Neuinterpretation unterscheiden und seine Erwartungen an Verfügbarkeit, Umfang und Spielerzahl entsprechend anpassen.